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Auf dem Weg zum BOSS

Die Bestätigung vom Veranstalter kam erst Freitagnachmittag, zwei Tage vor dem Konzert: Ich bin als Journalist und Fotograf für das Konzert von Bruce Springsteen akkreditiert. Bereits vor Monaten hatte ich angefragt, ob ich berichten könne. Bruce Springsteen gibt 2016 nur zwei Konzerte in Deutschland, bei Paul McCartney oder AC/DC waren es drei Termine. Diese Weltstars spielen nur in den großen Arenen der Republik. Da wollen alle Medien dabei sein: Print, Radio, TV, Social Media.

In den letzten Wochen fanden besonders viele Konzerte statt und es stehen bis zum Jahresende noch etliche Tourneen an. Wieso boomt der Live-Markt? Das hat damit zu tun, dass die Künstler heute mit CD-Verkäufen und Downloads nicht mehr viel verdienen. Früher wurden von einem erfolgreichen Album Millionen Exemplare verkauft. Das ist nicht mehr der Fall. Bereits für 100.000 verkaufte Exemplare erhält man heute eine Goldene Schallplatte. Die Künstler spielen also mehr live, um Geld zu verdienen. Ein Konzert ist ein Erlebnis, das man nicht einfach wie eine CD kopieren kann. Die Fans sind bereit, dafür hohe Eintrittspreise zu bezahlen, oft über 100 Euro pro Karte. 

Ich freue mich heute Abend mit rund 60.000 Fans im Berliner Olympiastadion zu stehen. Wir werden eines der längsten Konzerte dieser Saison erleben. Springsteen ist bekannt dafür, dass er mehr als drei Stunden spielt. Bei den ersten drei Songs darf ich aus rund 25 Metern Entfernung aus einer Absperrung heraus fotografieren. Das entspricht der gängigen Foto-Regel „Drei Titel, kein Blitz“. Oft sind die Bedingungen mittlerweile schlechter. Der Boss und seine Vertreter zeigen sich hier großzügig.

Werner G. Lengenfelder